Der erforderliche Gesamtförderdruck setzt sich zusammen aus:
- Mindestförderdruck der Feuerstätte (Herstellerangabe)
- Druckverlust im Verbindungsstück
- Druckverlust in keramischen Zügen (bei Grundöfen)
- Druckverlust im Schornstein
Die Berechnung erfolgt nach DIN EN 13384-1.
Besonderheit bei handwerklich gesetzten Feuerstätten
Bei Grundöfen oder Anlagen mit keramischen Zügen ist der interne Widerstand deutlich höher als bei industriellen Einzelraumfeuerstätten (Kaminofen). Deshalb muss die Zuglänge, der Querschnitt und die Umlenkführung auf den verfügbaren Gesamtförderdruck abgestimmt werden.
Zu niedriger Gesamtförderdruck
Folgen können sein:
- instabile Verbrennung
- Rauchaustritt
- Versottung
- unvollständige Nachverbrennung
Zu hoher Gesamtförderdruck
Kann führen zu:
- zu schnellem Abbrand
- Überhitzung
- erhöhten Abgastemperaturen
- Wirkungsgradverlust
Kernaussage
Der Gesamtförderdruck ist keine Eigenschaft des Schornsteins allein, sondern eine Systemgröße aus Feuerstätte und Abgasanlage. Nur wenn der verfügbare Gesamtförderdruck größer ist als die Summe aller Widerstände, funktioniert das System sicher.
Normativer Bezug
Relevant sind insbesondere DIN EN 13384-1, DIN EN 15287-1, DIN 18160. Die Auslegung handwerklicher Anlagen erfolgt zusätzlich nach TROL 2022.