Ein Grundofen ist eine handwerklich gesetzte Feuerstätte mit keramischem Feuerraum und keramischem Zugsystem, die ihre Wärme überwiegend als Strahlungswärme über eine massive Speicherkonstruktion abgibt.
Er gehört zur Gruppe der Speicherfeuerstätten.
Konstruktives Prinzip
Ein Grundofen besteht aus:
- gemauertem oder gesetztem Feuerraum
- keramischen Nachheizzügen
- massiver Ofenhülle (z. B. Putz-, Kachel- oder Speichermantel)
- keramischen Speichermaterialien
Die Bauweise erfolgt individuell nach Berechnung und Planung gemäß den technischen Regeln des Ofen- und Luftheizungsbauerhandwerks (TROL 2022).
Funktionsweise
Der Grundofen arbeitet im Speicherprinzip. Einmalige Beschickung mit einer definierten Brennstoffmenge, Abbrand in relativ kurzer Zeit, Aufnahme der Wärmeenergie durch keramische Züge, Langsame Abgabe der gespeicherten Wärme über viele Stunden.
Die Wärmeabgabe erfolgt überwiegend als:
- Strahlungswärme
- mit geringem Konvektionsanteil
Betriebsweise
Typisch für den Grundofen ist:
- ein bis zwei Abbrände pro Tag
- vollständiger Abbrand der Brennstoffmenge
- keine Dauerbeschickung
Die Füllmenge und Auslegung erfolgen objektspezifisch.
Abgrenzung zu anderen Feuerstätten
Kaminofen (Einzelraumfeuerstätte):
- industriell gefertigt
- geringe Speichermasse
- höhere Konvektionsanteile
Heizkamin mit Warmluftsystem:
- stärkere Konvektionswärme
- kürzere Speicherwirkung
Der Grundofen ist eine massive, speicherwirksame Feuerstätte mit definierter keramischer Abgasführung.