Eine Dichtmasse ist ein pastöser oder plastischer Werkstoff zur rauchgasdichten Verbindung von Bauteilen in Feuerstätten und Abgasanlagen.
Sie wird eingesetzt zur:
- Abdichtung von Fugen
- Verbindung von Rauchrohren
- Abdichtung von Reinigungsöffnungen
- Einbau von Formstücken
- Montage von Abgasleitungen
- Anforderungen nach handwerklicher Praxis (TROL)
Dichtmassen im Ofenbau müssen:
- temperaturbeständig sein
- rauchgasdicht aushärten
- nicht brennbar sein
- formstabil bleiben
Die Temperaturbeständigkeit richtet sich nach dem jeweiligen Einsatzbereich:
- Verbindungsstück / Rauchrohr
- keramische Züge
- metallene Abgasanlage
- Revisionsdeckel
Arten von Dichtmassen
Ofen- und Schamottemörtel
- mineralisch
- hochtemperaturbeständig
- starr aushärtend
- Einsatz: keramische Bauteile, Züge, Ofenbau
Ofendichtmasse (Silikatbasis)
- pastös
- hitzebeständig
- härtet keramisch aus
- Einsatz: Rauchrohrverbindungen, Metall-Metall-Verbindungen
Hochtemperatur-Silikon
- elastisch bleibend
- temperaturbeständig (je nach Typ)
- nur für zugelassene Anwendungen
- nicht jede Silikonmasse ist für Abgasanlagen geeignet
Abgrenzung
Dichtmasse ersetzt nicht:
- statische Verbindung
- mechanische Befestigung
- brandschutztechnische Anforderungen
Sie dient ausschließlich der Abdichtung.
Typische Einsatzbereiche
- Steckverbindungen im Rauchrohr
- Wanddurchführungen
- Anschluss Abgasstutzen
- Reinigungsklappen
Fehlerhafte oder ungeeignete Dichtmassen können führen zu:
- Undichtigkeiten
- Falschluft
- Abgasgeruch
- Korrosion
Sicherheitsaspekt
Dichtmassen müssen:
- für den vorgesehenen Temperaturbereich zugelassen sein
- spannungsfrei eingebracht werden
- nicht in den Strömungsquerschnitt ragen
Bei Abgasanlagen gelten zusätzlich produktspezifische Systemzulassungen.
Normativer Bezug
Abgasanlagen unterliegen u. a.: DIN EN 1443, DIN EN 16510
Die Verarbeitung richtet sich nach Herstellervorgaben und den technischen Regeln des Ofen- und Luftheizungsbauerhandwerks (TROL).