Der Förderdruck (auch Schornsteinzug) ist der wirksame Druckunterschied zwischen dem Abgas im Schornstein und der umgebenden Außenluft. Er entsteht durch den thermischen Auftrieb infolge unterschiedlicher Gasdichten.
Warme Abgase besitzen eine geringere Dichte als kalte Außenluft.
Die schwerere Außenluft verdrängt die leichtere Abgassäule nach oben - es entsteht ein statischer Unterdruck am Feuerstättenanschluss.
Physikalischer Hintergrund
Der Förderdruck Δp ergibt sich aus der Dichtedifferenz:
Δp = g · h · (ρₐ – ρᵣ)
mit:
g = Erdbeschleunigung
h = wirksame Schornsteinhöhe
ρₐ = Dichte der Außenluft
ρᵣ = Dichte der Abgase
Je größer:
- die Temperaturdifferenz
- die wirksame Schornsteinhöhe
- die Dichtedifferenz
desto größer der Förderdruck. Der Förderdruck wird in Pascal (Pa) angegeben.
Unterdruck-Thematik im Gebäude
Neben dem thermischen Auftrieb kann im Aufstellraum zusätzlicher Unterdruck entstehen durch:
- Lüftungsanlagen
- Dunstabzugshauben
- Ablufttrockner
- sehr dichte Gebäudehüllen
Wird der raumseitige Unterdruck größer als der wirksame Förderdruck des Schornsteins, kann es zu:
- Zugumkehr
- Rauchaustritt
- Abgaseintritt in den Aufstellraum
kommen. Deshalb sind:
- ausreichende Verbrennungsluft
- ggf. externe Luftzufuhr
- Drucküberwachungseinrichtungen
bei dichten Gebäuden besonders relevant.
Erforderlicher Mindestförderdruck
Der erforderliche Förderdruck ist geräteabhängig und wird vom Hersteller angegeben. Typische Mindestwerte liegen bei:
Einzelraumfeuerstätten für feste Brennstoffe
z. B. Kaminöfen, Kachelöfen: ca. 10 - 12 Pa
Pelletöfen (mit Gebläseunterstützung)
häufig 2 - 10 Pa (abhängig von Gebläseausführung)
Holzvergaserkessel
ca. 15 - 20 Pa
Ölfeuerstätten (atmosphärisch)
ca. 10 - 15 Pa
Gasfeuerstätten (atmosphärisch)
ca. 5 - 10 Pa
Gebläsebrenner (Öl/Gas)
meist geringerer natürlicher Förderdruck erforderlich (da Gebläse unterstützt)
Die exakten Werte ergeben sich aus der Typprüfung nach: DIN EN 16510.
Die schornsteintechnische Berechnung erfolgt nach: DIN EN 13384-1